Demenzformen im Überblick – Hilfe mit Pflegegrad wahrnehmen

Wir klären auf und geben Hilfestellungen zu Unterstützungsangeboten.

Demenzformen im Überblick – Hilfe bei Pflegegrad wahrnehmen

Allgemeines zu den Demenzformen

Etwa 80 Prozent aller Demenzerkrankungen entstehen durch Erkrankungen des Gehirns, bei denen nach und nach Nervenzellen abgebaut werden. Diese sogenannten neurodegenerativen Erkrankungen sind bislang nur teilweise erforscht, sodass die genauen Ursachen von der Medizinforschung häufig noch nicht vollständig geklärt sind.


Die mit Abstand häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Erkrankung, die etwa 60 bis 70 Prozent aller Demenzfälle ausmacht. Ebenfalls vergleichsweise häufig treten vaskuläre Demenzen, also gefäßbedingte Formen, die Lewy-Körperchen-Demenz, Demenzen im Zusammenhang mit Morbus Parkinson sowie die Frontotemporale Demenz auf. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere, jedoch deutlich seltenere Ursachen für eine Demenz. Dazu zählen unter anderem neurologische Erkrankungen wie die Chronische Traumatische Enzephalopathie oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit. Auch Stoffwechselstörungen, Infektionen des Gehirns, Vergiftungen durch Medikamentenmissbrauch, ausgeprägte Vitaminmängel oder Schädel-Hirn-Verletzungen können eine Demenz auslösen.

Was ist Demenz?

Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns, bei denen geistige Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denken, Orientierung und Sprache nachlassen. Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten, den Alltag selbstständig zu bewältigen. Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit – sie führt zu Gedächtnisverlust, Orientierungs- und Sprachstörungen sowie zu Veränderungen der Persönlichkeit und des Verhaltens. Weltweit sind schätzungsweise 60–70 % aller Demenzfälle auf Alzheimer zurückzuführen.

Was passiert bei Demenz? 

Bei einer Demenz werden Nervenzellen im Gehirn geschädigt oder sterben ab. Dadurch funktionieren wichtige Fähigkeiten bei Betroffenen immer schlechter:

  • Gedächtnis (wie Dinge vergessen) 
  • Denken und Planen 
  • Sprache und Orientierung 
  • Verhalten und Persönlichkeit

Was ist ein Pflegegrad?

Ein Pflegegrad ist eine Einstufung im deutschen Pflegesystem und dient dazu, den individuellen Unterstützungs- und Pflegebedarf eines Menschen festzustellen. Er beschreibt, wie stark eine Person aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Einschränkungen im Alltag beeinträchtigt ist und in welchem Umfang Hilfe notwendig wird. Dabei geht es nicht nur um klassische körperliche Pflege, sondern auch um Unterstützung bei Orientierung, Kommunikation, Organisation oder der Bewältigung alltäglicher Aufgaben.


Wofür ist der Pflegegrad wichtig? 

Der Pflegegrad (zwischen 1 und 5) entscheidet über den Leistungsumfang der Pflegeversicherung:

  • Pflegegeld (für Angehörige) 
  • Pflegedienste (ambulante Pflege) 
  • Zuschüsse für Umbauten (wie Bad)
  • Erhalt der monatlich kostenlosen Pflegebox
  • Kostenübernahme zum Hausnotruf

Demenz ist nicht gleich Demenz: Der Begriff umfasst rund 50 unterschiedliche Erkrankungsformen, die mit einer Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen. Die einzelnen Demenzarten unterscheiden sich dabei nicht nur in ihren Ursachen, sondern auch im Verlauf der Erkrankung sowie in den möglichen Behandlungsansätzen. Während manche Formen schleichend beginnen und sich über viele Jahre entwickeln, können andere schneller voranschreiten oder bestimmte Fähigkeiten besonders stark beeinträchtigen. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um die passende Therapie und Unterstützung für Betroffene und Angehörige zu ermöglichen. Mehr über Pflegehilfe erfahren und Entlastungen sichern.

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Warum gibt es verschiedene Demenzformen?

Die unterschiedlichen Demenzformen entstehen durch verschiedene Veränderungen im Gehirn. Manche Erkrankungen betreffen vor allem das Gedächtnis, andere wiederum beeinflussen zuerst Sprache, Verhalten oder Bewegungsabläufe. Genau deshalb ist es wichtig, die einzelnen Demenzformen voneinander zu unterscheiden. Nur so können Ärzte eine möglichst passende Behandlung und Unterstützung anbieten.


In Deutschland leben mehrere Millionen Menschen mit einer dementiellen Erkrankung. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko deutlich an. Dennoch können bestimmte Demenzformen auch jüngere Menschen betreffen. Angehörige stehen dabei oft vor großen Herausforderungen, denn jede Form entwickelt sich unterschiedlich schnell und bringt eigene Besonderheiten mit sich.

Typische allgemeine Symptome vieler Demenzformen sind:

  • zunehmende Vergesslichkeit 
  • Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben 
  • Orientierungslosigkeit 
  • Sprachprobleme 
  • Veränderungen der Persönlichkeit 
  • Stimmungsschwankungen 
  • Sozialer Rückzug 


Nicht jede Vergesslichkeit bedeutet jedoch automatisch Demenz. Stress, Depressionen oder Schlafmangel können ähnliche Beschwerden verursachen. Deshalb ist eine frühzeitige medizinische Abklärung besonders wichtig. Viele Demenzformen verlaufen schleichend. Erste Symptome werden oft zunächst als normale Alterserscheinung interpretiert. Häufig bemerken Angehörige Veränderungen früher als die Betroffenen selbst. Eine frühe Diagnose kann helfen, Therapien rechtzeitig einzuleiten und den Alltag besser zu planen.

Alzheimer – die häufigste aller Demenzformen 

Die Alzheimer-Krankheit zählt zu den bekanntesten und häufigsten Demenzformen. Etwa zwei Drittel aller Demenzerkrankungen gehören zu dieser Form. Bei Alzheimer sterben Nervenzellen im Gehirn nach und nach ab. Verantwortlich dafür sind unter anderem Eiweißablagerungen, sogenannte Plaques und Tau-Proteine.  Besonders betroffen ist zunächst das Kurzzeitgedächtnis. Menschen mit Alzheimer vergessen Termine, Gespräche oder verlegen häufig Gegenstände. Im weiteren Verlauf breiten sich die Schäden im Gehirn aus, wodurch immer mehr Fähigkeiten verloren gehen. Zu den typischen Alzheimer-Symptomen dieser Demenzformen gehören: 

  • Vergessen aktueller Ereignisse 
  • wiederholte Fragen 
  • Probleme bei der Wortfindung 
  • zeitliche und räumliche Orientierungslosigkeit 
  • Schwierigkeiten beim Planen 
  • Veränderungen im Verhalten 


Im frühen Stadium können viele Betroffene noch relativ selbstständig leben. Mit fortschreitender Erkrankung benötigen sie jedoch zunehmend Unterstützung im Alltag. Später fällt oft selbst das Erkennen nahestehender Personen schwer. Die genauen Ursachen dieser Demenzformen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Alter gilt als größter Risikofaktor. Zusätzlich können genetische Veranlagung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bewegungsmangel oder Diabetes das Risiko erhöhen. 


Eine Heilung existiert derzeit noch nicht. Medikamente können jedoch helfen, Symptome zeitweise zu lindern und den Verlauf zu verlangsamen. Ebenso wichtig sind geistige Aktivität, soziale Kontakte und Bewegung. Für Angehörige bedeutet Alzheimer häufig eine enorme emotionale Belastung. Die Persönlichkeit eines geliebten Menschen verändert sich zunehmend. Deshalb spielen Beratung, Selbsthilfegruppen und Entlastungsangebote eine wichtige Rolle.

Weitere Demenzformen mit Beschreibung im Überblick

Frühdemenz 

Von Frühdemenz spricht man, wenn erste Symptome einer Demenzerkrankung bereits vor dem 65. Lebensjahr auftreten. Besonders belastend ist dabei, dass viele Betroffene noch mitten im Berufsleben stehen oder familiäre Verantwortung tragen. Die Erkrankung entwickelt sich oft schleichend und wird anfangs nicht sofort erkannt. Häufig zeigen sich Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Schwierigkeiten bei der Organisation des Alltags oder Veränderungen der Persönlichkeit. Manche Betroffene wirken ungewöhnlich reizbar, zurückgezogen oder verlieren zunehmend die Orientierung. 

Da die Symptome in jüngeren Jahren oft mit Stress, Burnout oder psychischen Belastungen verwechselt werden, vergeht bis zur Diagnose häufig viel Zeit. Frühdemenz kann unterschiedliche Ursachen haben. 

In vielen Fällen steckt eine Alzheimer-Erkrankung dahinter, aber auch genetische Faktoren oder andere neurologische Erkrankungen kommen infrage. 

Für Angehörige ist die Situation meist besonders herausfordernd, weil die Veränderungen oft plötzlich und unerwartet auftreten. Gleichzeitig müssen berufliche, finanzielle und familiäre Fragen neu organisiert werden.
Eine frühzeitige Diagnose kann helfen, Therapien einzuleiten, den Alltag anzupassen und Unterstützungsmöglichkeiten wie Pflegeleistungen der Pflegeversicherung zu nutzen. Medikamente können den Verlauf teilweise verlangsamen, während strukturierte Tagesabläufe, Bewegung und soziale Kontakte dabei helfen, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und ein Leben zu Hause zu ermöglichen.

Vaskuläre Demenz 

Die vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ursache sind häufig Schlaganfälle oder geschädigte Blutgefäße, wodurch einzelne Gehirnregionen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Dadurch sterben Nervenzellen ab, was langfristig zu Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit führt. Nach der Alzheimer-Krankheit gehört die vaskuläre Demenz zu den häufigsten Demenzformen. Typisch ist ein eher stufenweiser Verlauf. Betroffene erleben häufig Phasen, in denen sich der Zustand plötzlich verschlechtert, beispielsweise nach einem Schlaganfall. Im Gegensatz zu anderen Demenzformen steht anfangs oft weniger die Vergesslichkeit im Vordergrund. Häufig treten Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken, Orientierungsschwierigkeiten oder Probleme bei der Planung alltäglicher Aufgaben auf. Zusätzlich können körperliche Beschwerden wie Gangunsicherheit oder Lähmungserscheinungen auftreten. 

Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen, Übergewicht und hohe Cholesterinwerte. Deshalb spielt die Vorbeugung eine besonders wichtige Rolle. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, ausgewogener Ernährung und der Behandlung bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann das Risiko deutlich senken. 

Die Behandlung konzentriert sich vor allem darauf, weitere Gefäßschäden zu vermeiden. Medikamente, Physiotherapie sowie geistige Aktivität können helfen, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. 

Frontotemporale Demenz 

Die frontotemporale Demenz ist eine seltenere Form der Demenz, bei der vor allem die Stirn- und Schläfenbereiche des Gehirns betroffen sind. Diese Regionen steuern unter anderem Verhalten, Emotionen, Sprache und soziale Fähigkeiten. Die Erkrankung tritt häufig bereits zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr auf und unterscheidet sich dadurch deutlich von anderen Demenzformen. 

Im frühen Stadium stehen meist nicht Gedächtnisprobleme im Mittelpunkt, sondern auffällige Veränderungen der Persönlichkeit. Betroffene verhalten sich plötzlich distanzlos, impulsiv oder zeigen wenig Mitgefühl gegenüber anderen Menschen. Manche verlieren Hemmungen oder entwickeln ungewöhnliche Verhaltensweisen. Andere ziehen sich zunehmend zurück und wirken antriebslos oder emotionslos. Auch Sprachstörungen können auftreten, etwa Schwierigkeiten beim Finden von Wörtern oder beim Verstehen von Gesprächen. Da die Symptome der Demenzform häufig psychischen Erkrankungen ähneln, wird die frontotemporale Demenz anfangs oft falsch eingeschätzt. 
Für Angehörige sind die Persönlichkeitsveränderungen besonders belastend, da vertraute Verhaltensweisen scheinbar plötzlich in wenigen Wochen verschwinden. 
Eine Heilung gibt es bisher nicht. Die Behandlung konzentriert sich darauf, Symptome zu lindern und den Alltag möglichst stabil zu gestalten. Strukturierte Tagesabläufe, therapeutische Unterstützung und ein verständnisvolles Umfeld können helfen, die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten und Angehörige zu entlasten. 

Parkinson-Demenz 

Die Parkinson-Demenz entwickelt sich bei einem Teil der Menschen, die bereits an Parkinson erkrankt sind. Während Parkinson zunächst vor allem Bewegungsstörungen verursacht, können im späteren Verlauf auch Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Denkfähigkeit beeinträchtigt werden. Die Erkrankung entsteht durch Veränderungen bestimmter Nervenzellen und Botenstoffe im Gehirn. 

Typische Beschwerden sind Konzentrationsprobleme, verlangsamtes Denken und Schwierigkeiten bei der Orientierung. Viele Betroffene wirken geistig weniger flexibel und haben Probleme, komplexe Aufgaben zu bewältigen. Zusätzlich können Halluzinationen oder Stimmungsschwankungen auftreten. Im Unterschied zur Alzheimer-Krankheit bleibt das Erinnerungsvermögen anfangs oft länger erhalten. Neben den geistigen Veränderungen bestehen weiterhin die typischen Parkinson-Symptome wie Zittern, Muskelsteifheit oder verlangsamte Bewegungen. Dadurch wird der Alltag zunehmend schwieriger. Viele Betroffene benötigen im Verlauf Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben oder der Körperpflege. 

Die Behandlung erfolgt meist mit einer Kombination aus Medikamenten, Bewegungstherapie und geistiger Förderung. Wichtig ist außerdem eine möglichst ruhige und strukturierte Umgebung, da Stress und Reizüberflutung die Symptome verstärken können. Angehörige spielen eine zentrale Rolle bei der Betreuung und Unterstützung. Eine frühzeitige Diagnose hilft dabei, passende Hilfsangebote zu organisieren und die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten.

Lewy-Körperchen-Demenz 

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist eine besondere Form der Demenz, bei der sich Eiweißablagerungen – sogenannte Lewy-Körperchen – im Gehirn bilden. Diese beeinträchtigen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und führen zu geistigen sowie körperlichen Veränderungen. Die Erkrankung weist Gemeinsamkeiten mit Alzheimer und Parkinson auf, besitzt jedoch typische eigene Merkmale. 

Charakteristisch sind starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit. Betroffene wirken an manchen Tagen relativ orientiert und aufmerksam, während sie kurze Zeit später stark verwirrt oder desorientiert sein können. Häufig treten zudem lebhafte Halluzinationen auf, bei denen Betroffene Menschen oder Tiere sehen, die tatsächlich nicht vorhanden sind. Auch Schlafstörungen und Parkinson-ähnliche Bewegungsprobleme wie Muskelsteifheit oder ein unsicherer Gang kommen oft vor. 

Die Diagnose ist häufig schwierig, weil die Symptome anderen Erkrankungen ähneln. Besonders belastend sind die starken Schwankungen im Alltag, die für Angehörige nur schwer vorhersehbar sind. Viele Betroffene reagieren zudem empfindlich auf bestimmte Medikamente, weshalb die Behandlung sorgfältig abgestimmt werden muss. 

Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Medikamente können jedoch helfen, Halluzinationen oder Konzentrationsprobleme zu lindern. Ebenso wichtig sind feste Routinen, eine ruhige Umgebung und gezielte Unterstützung im Alltag, um Sicherheit und Orientierung zu fördern.

Chronisch-traumatische Enzephalopathie (kurz: CTE) 

Die chronisch-traumatische Enzephalopathie, kurz CTE, ist eine fortschreitende Gehirnerkrankung, die durch wiederholte Kopfverletzungen entstehen kann. Besonders bekannt ist sie aus dem Profisport, etwa beim Boxen, American Football oder Eishockey. Auch wiederholte leichte Erschütterungen des Gehirns können langfristig Schäden verursachen, selbst wenn keine schwere Gehirnerschütterung vorliegt. Die Erkrankung entwickelt sich meist erst Jahre oder Jahrzehnte nach den eigentlichen Verletzungen. Zu den frühen Symptomen gehören Konzentrationsprobleme, Stimmungsschwankungen, Vergesslichkeit und erhöhte Reizbarkeit. Im weiteren Verlauf können Depressionen, aggressives Verhalten oder deutliche Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Später entwickeln viele Betroffene schwere Gedächtnisstörungen und demenzähnliche Symptome. CTE entsteht durch Veränderungen bestimmter Eiweißstrukturen im Gehirn, die Nervenzellen schädigen und nach und nach zum Absterben von Gehirngewebe führen. Eine sichere Diagnose ist derzeit oft erst nach dem Tod möglich, was die Behandlung erschwert. 

Da es bislang keine heilende Therapie gibt, konzentriert sich die Behandlung auf die Linderung einzelner Beschwerden. Wichtig sind psychologische Unterstützung, Bewegung, soziale Stabilität und eine gute medizinische Begleitung. Gleichzeitig gewinnt die Prävention zunehmend an Bedeutung. Verbesserte Schutzmaßnahmen im Sport und ein bewusster Umgang mit Kopfverletzungen sollen helfen, das Risiko für spätere Schäden nachhaltig zu verringern.

Korsakow-Syndrom 

Das Korsakow-Syndrom ist eine schwere Gedächtnisstörung, die meist durch langjährigen Alkoholmissbrauch entsteht. Ursache ist häufig ein ausgeprägter Mangel an Vitamin B1, das für die Funktion des Gehirns lebenswichtig ist. Durch den Mangel werden bestimmte Gehirnregionen dauerhaft geschädigt. Oft entwickelt sich das Syndrom nach einer sogenannten Wernicke-Enzephalopathie, einer akuten neurologischen Erkrankung. 


Typisch für das Korsakow-Syndrom sind massive Gedächtnisprobleme. Betroffene können sich neue Informationen kaum merken und vergessen häufig Ereignisse nach kurzer Zeit. Gleichzeitig bleiben ältere Erinnerungen oft erstaunlich gut erhalten. Viele Erkrankte versuchen unbewusst, Erinnerungslücken mit erfundenen Geschichten zu füllen, ohne absichtlich zu lügen. Dieses Verhalten wird in der Medizin als Konfabulation bezeichnet. 

Neben den Gedächtnisstörungen treten häufig Orientierungsschwierigkeiten, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme auf. Der Alltag kann dadurch stark eingeschränkt werden. Viele Betroffene benötigen langfristig Unterstützung bei alltäglichen Aufgaben. Die wichtigste Maßnahme ist ein vollständiger Verzicht auf Alkohol sowie die schnelle Behandlung des Vitaminmangels. Wird die Erkrankung früh erkannt, können sich einzelne Beschwerden teilweise bessern. Bereits entstandene Hirnschäden bleiben jedoch häufig dauerhaft bestehen. Eine strukturierte Umgebung und feste Routinen helfen Betroffenen dabei, sich besser zurechtzufinden und den Alltag stabiler zu bewältigen. 

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit 

Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ist eine seltene, aber sehr schwere Erkrankung des Gehirns. Sie gehört zu den sogenannten Prionenerkrankungen. Dabei verändern sich bestimmte Eiweiße im Gehirn krankhaft und lösen eine Kettenreaktion aus, die Nervenzellen zerstört. Die Erkrankung dieser Demenzform schreitet meist sehr schnell voran und führt innerhalb weniger Monate zu schweren geistigen und körperlichen Einschränkungen. 

Zu den ersten Symptomen zählen oft Konzentrationsprobleme, Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen oder Verhaltensänderungen. Im weiteren Verlauf verschlechtern sich Denken, Sprache und Orientierung deutlich. Zusätzlich treten häufig Muskelzuckungen, Koordinationsstörungen oder Sehstörungen auf. Viele Betroffene verlieren zunehmend die Fähigkeit zu sprechen oder selbstständig zu essen und zu gehen. Die Krankheit ist sehr selten und tritt meist spontan auf. In wenigen Fällen spielen genetische Veränderungen oder medizinische Übertragungen eine Rolle. Eine Heilung gibt es bisher nicht. Die Behandlung konzentriert sich daher auf die Linderung der Beschwerden und eine möglichst gute Betreuung der Betroffenen. 

Für Angehörige ist die schnelle Verschlechterung besonders belastend. Eine intensive pflegerische und medizinische Begleitung ist daher wichtig. Auch psychosoziale Unterstützung kann helfen, mit der schwierigen Situation besser umzugehen und die Lebensqualität der Betroffenen möglichst lange zu erhalten. Die Beantragung von Pflegehilfe ist eine wichtige Leistung der Pflegeversichtung.

Wie kann ein Hausnotruf bei Demenz und Alzheimer helfen?

Ein Hausnotruf kann Menschen mit Vergesslichkeit im Alter mehr Sicherheit und Selbstständigkeit im Alltag bieten. Besonders ältere Menschen vergessen häufiger wichtige Dinge, fühlen sich unsicher oder geraten in Notsituationen, in denen schnelle Hilfe wichtig ist. Mit einem Hausnotrufsystem können Betroffene per Knopfdruck sofort Unterstützung anfordern – rund um die Uhr. Gerade bei Vergesslichkeit besteht ein erhöhtes Risiko für Stürze, Orientierungslosigkeit oder Unsicherheiten im Haushalt. Ein Hausnotruf schafft hier zusätzliche Sicherheit, sowohl für Betroffene selbst als auch für Angehörige.

So kann ein Hausnotruf helfen

  • Schnelle Hilfe im Notfall per Knopfdruck 
  • Mehr Sicherheit beim Alleinleben 
  • Unterstützung nach Stürzen oder Schwächeanfällen 
  • Beruhigung für Angehörige und Familie 
  • Förderung der Selbstständigkeit im Alltag 
  • Teilweise mit Erinnerungs- oder Zusatzfunktionen verfügbar 


Moderne Hausnotrufsysteme bieten teilweise zusätzliche Funktionen wie automatische Sturzerkennung oder mobile Notruflösungen für unterwegs. Dadurch können Menschen mit Vergesslichkeit länger selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung leben. Besonders für Angehörige ist ein Hausnotruf oft eine große Entlastung. Sie wissen, dass im Ernstfall schnell Hilfe organisiert werden kann, auch wenn sie nicht direkt vor Ort sind. Ein Hausnotruf ersetzt zwar keine Betreuung oder Pflege, kann jedoch ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit und Lebensqualität im Alter sein. Im Nachfolgenden zum Hausnotruf mehr erfahren:

Senioren-Armband von Gardia

Hausnotruf-Armband: Hilfe auf Knopfdruck

Mit dem Ausnotruf-Armband von Gardia ist innerhalb und außerhalb der Wohnung immer auf Knopfdruck rund um die Uhr Hilfe erreichbar. Bei Alzheimer kann schnelle Hilfe entscheidend sein – und bei Pflegegrad werden die Kosten von der Pflegekasse übernommen.

Gardia: Flexibler Hausnotruf für Ihre Angehörigen

Der Anbieter Gardia bietet ein modernes Hausnotrufsystem und ein Armband, das im Standard neben dem klassischen Knopfdruck auch eine automatische Sturzerkennung bietet. Voraussetzung: Pflegegrad von 1 oder höher

Der Anbieter arbeitet mit den großen Konzernen BOSCH und beurer zusammen und bietet eine der besten Techniken zum Hausnotruf.

Hausnotruf im Vergleich
Ablauf eines Notrufs

Leben retten bei Alzheimer in der Pflege: Der Ablauf eines Notrufs

Der Ablauf eines Hausnotrufs ist einfach und darauf ausgelegt, im Notfall schnell Hilfe zu organisieren:


1. Knopf drücken:
Die betroffene Person drückt den Notrufknopf (am Handgelenk oder an einer Halskette).

2. Signal wird gesendet:
Das Hausnotrufsystem überträgt automatisch ein Notsignal an die angebundene 24/7-Notrufzentrale.

3. Sprechkontakt:
Ein Mitarbeiter der Notrufzentrale meldet sich sofort und versucht, mit der Person zu sprechen.

4. Hilfe wird organisiert:

  • ein Rettungsdienst oder Pflegedienst geschickt 
  • oder ein Angehöriger/Nachbar benachrichtigt 


5. Sicherheit für alle:
Die betroffene Person bekommt schnell Hilfe – und Angehörige haben ein beruhigendes Gefühl.

Umgang mit Demenzformen im Alltag und wichtige Unterstützungsmöglichkeiten

Die Diagnose unterschiedlicher Demenzformen verändert das Leben von Betroffenen und Angehörigen grundlegend. Viele Familien stehen plötzlich vor organisatorischen, emotionalen und pflegerischen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, frühzeitig Unterstützung anzunehmen. Der Alltag mit verschiedenen Demenzformen erfordert Geduld, Verständnis und Struktur. Feste Routinen geben Sicherheit und helfen Betroffenen dabei, sich besser zurechtzufinden. Besonders wichtig ist eine ruhige Umgebung ohne Reizüberflutung.

Hilfreiche Maßnahmen sind:

  • klare Tagesstrukturen 
  • einfache und kurze Sätze 
  • gut sichtbare Orientierungshilfen 
  • regelmäßige Bewegung 
  • Gedächtnistraining 
  • soziale Kontakte 
  • vertraute Rituale 


Viele Menschen mit Demenzformen reagieren sensibel auf Stress oder Veränderungen. Angehörige sollten deshalb möglichst ruhig und wertschätzend kommunizieren. Diskussionen oder Korrekturen führen häufig zu zusätzlicher Verunsicherung. Auch die Wohnumgebung sollte angepasst werden. Stolperfallen, schlecht erkennbare Räume oder komplizierte technische Geräte können Probleme verursachen. Kleine Veränderungen erhöhen oft bereits die Sicherheit deutlich. Wichtige Unterstützungsangebote für Familien sind:

  • ambulante Pflegedienste 
  • Tagespflege 
  • Betreuungsgruppen 
  • Pflegeberatung 
  • Selbsthilfegruppen 
  • Hausnotrufsysteme
  • Entlastungsangebote für Angehörige 


Je nach Ausprägung der Demenzformen kann irgendwann eine intensive Pflege notwendig werden. Viele Angehörige geraten dabei körperlich und emotional an ihre Grenzen. Professionelle Hilfe sollte deshalb frühzeitig eingeplant werden. Trotz aller Herausforderungen können Menschen mit verschiedenen Demenzformen oft noch lange Lebensfreude erleben. Musik, vertraute Erinnerungen, gemeinsame Aktivitäten und soziale Nähe spielen dabei eine große Rolle.


Die Forschung zu neuen Therapien entwickelt sich kontinuierlich weiter. Moderne Medikamente und innovative Ansätze geben Hoffnung, den Verlauf bestimmter Demenzformen künftig besser beeinflussen zu können. Umso wichtiger bleibt die frühzeitige Diagnose und eine individuelle Betreuung, die sich an den Bedürfnissen der Betroffenen orientiert.


Häufig gestellte Fragen

Entdecken Sie die FAQ und Antworten zu den verschiedenen Demenzformen.